Schnellladen mit Batteriespeicher
Mehr Ladeleistung, als Ihr Netzanschluss allein hergibt: Ein Speicher puffert Energie und deckt die Spitzen.
DIE AUSGANGSLAGE
Wenn der Netzanschluss für Schnellladen nicht reicht
Ein Schnelllader gibt mehrere hundert Kilowatt ab – aber nur, wenn der Netzanschluss sie liefern kann. Häufig ist der vorhandene Anschluss dafür zu klein. Ihn zu erweitern kostet Zeit und Geld: Antrag beim Netzbetreiber, Baukostenzuschuss, unter Umständen eine eigene Trafostation.
Dabei wird die volle Leistung an vielen Standorten nicht den ganzen Tag gebraucht. Ladevorgänge kommen in Wellen – und genau dafür ist ein Batteriespeicher da: Er lädt in ruhigen Stunden aus dem Netz und gibt die Energie ab, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig schnell laden wollen.
Für wen sich das eignet
Schnellladeparks und Autohöfe
Viele Fahrzeuge kurz hintereinander, jedes will nach wenigen Minuten weiter. Die Spitzen liegen über dem, was der Anschluss dauerhaft liefert.
Logistik- und Flottendepots
Kommen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig von der Tour zurück und sollen schnell wieder los, entsteht eine Spitze – der Rest des Tages ist ruhiger.
Handel mit Kundenparkplätzen
Ihre Kundinnen und Kunden laden während des Einkaufs. Die Nachfrage folgt den Öffnungs- und Stoßzeiten – mit Spitzen und Pausen.
DAS PRINZIP
Der Speicher deckt die Spitze, das Netz die Grundlast
Netzanschluss und Speicher versorgen die Ladepunkte gemeinsam. Solange die Fahrzeuge weniger brauchen, als der Anschluss liefert, kommt der Strom aus dem Netz – und der Speicher lädt nach. Steigt der Bedarf darüber, gibt der Speicher die Differenz dazu. Wählen Sie im Beispiel Speichermodell und Anzahl.
1 × ST255CS-2H: Spitzenleistung bis 425 kW · Speicher 257 kWh · volle Spitze im Beispiel rund 1,4 h
Vereinfachtes Rechenbeispiel
Netzanschluss 300 kW plus ein PowerStack ST255CS-2H (125 kW Nennleistung je Speicher): Für die Ladepunkte stehen kurzzeitig bis zu 425 kW zur Verfügung. Wie lange, begrenzt der Energieinhalt: 257 kWh Nennkapazität reichen für die volle Speicherleistung rechnerisch rund 2,1 Stunden (257 kWh ÷ 125 kW je Speicher). Das ist der Unterschied der beiden Modelle: gleiche Leistung, beim 4-h-Modell doppelt so lange. Danach muss der Speicher nachladen – und das geht nur mit der freien Leistung unterhalb des Netzanschlusses.
Was ein Speicher nicht kann
Über den ganzen Tag gerechnet kommt die Energie immer aus dem Netz; der Speicher verschiebt sie nur in die Spitzen. Laufen die Ladepunkte über viele Stunden nahe der vollen Leistung, bleibt keine Zeit zum Nachladen – dann hilft nur ein größerer Anschluss. Ob sich ein Speicher an Ihrem Standort lohnt, entscheidet deshalb Ihr Ladeprofil. Das rechnen wir vorab durch.
Der Netzbezug bleibt dabei unter der eingestellten Grenze. Bei Anschlüssen mit Leistungsmessung ist das zugleich die Spitze, nach der sich der Leistungspreis richtet.
DIE REGELUNG
Ein Energiemanagement für Speicher und Ladepunkte
Damit Speicher und Schnelllader zusammenspielen, braucht es eine Regelung, die beide kennt und den Netzanschluss im Blick behält. Das übernimmt ChargeCore, unsere eigene Software für Betrieb und Lastmanagement.
- Eine Grenze für den ganzen Standort: Ladepunkte und Speicher werden gemeinsam gegen die Anschlussleistung geregelt.
- Herstellerunabhängig: Ladepunkte, die den offenen Standard OCPP unterstützen, regelt ChargeCore unabhängig vom Hersteller.
- Warum nicht allein der Controller des Speichers? Der EMS300CP ist für die Regelung des Speichers zuständig; Ladesäulen anderer Hersteller steuert er nicht. ChargeCore übernimmt deshalb das übergeordnete Energiemanagement am Netzanschluss.
DER ABLAUF
Von der ersten Rechnung bis zum laufenden Betrieb
Planung, Netzanschluss, Bau und Betrieb kommen von uns – Sie haben einen Ansprechpartner.
Ladebedarf und Anschluss prüfen
Wie viele Fahrzeuge laden wann mit welcher Leistung, und was liefert Ihr Netzanschluss? Aus diesem Ladeprofil ergibt sich, ob ein Speicher sinnvoll ist und wie groß er sein muss.
Planen und Netzanschluss beantragen
Wir legen Schnelllader, Speicher und Regelung aus und übernehmen den Antrag beim Netzbetreiber – einschließlich seiner Rückfragen.
Installieren
In Bremen und Niedersachsen baut unser eigenes Montage-Team; Tiefbau und Fundamente übernehmen feste Partnerbetriebe. Außerhalb dieser Region planen wir, und ein Elektrobetrieb vor Ort installiert.
Betreiben und abrechnen
Wir betreiben die Ladepunkte, regeln Speicher und Lader mit ChargeCore und rechnen die Ladevorgänge ab – deutschlandweit, ob öffentlich oder für Ihre Flotte.
DIE PRODUKTE
Die Technik: Speicher und Schnelllader
Diese Geräte aus unserem Produktkatalog passen zusammen: zwei Batteriespeicher mit gleicher Leistung und unterschiedlicher Kapazität, dazu Schnelllader in drei Leistungsklassen. Technische Daten und Datenblätter finden Sie auf den Produktseiten.
Sungrow PowerStack ST255CS-2H
Flüssigkeitsgekühlter Gewerbespeicher mit LFP-Zellen: 257 kWh Nennkapazität, 125 kW Nennleistung – rund zwei Stunden volle Leistung. Anbindung per Modbus TCP; laut Datenblatt bis zu 25 Einheiten parallel am Netz.
Sungrow PowerStack ST510kWh-125kW-4h
Die größere Ausführung: 514 kWh Nennkapazität bei ebenfalls 125 kW Nennleistung – die gleiche Spitzenleistung, rund vier Stunden lang. Für Standorte mit langen Spitzen; ebenfalls bis zu 25 Einheiten parallel am Netz.
Sungrow IDC480E
Leistungsschrank mit bis zu 480 kW und abgesetzte Ladesäulen (Satelliten): Die Leistung wird dynamisch auf die Fahrzeuge verteilt, die gerade laden.
Sungrow IDC480E-C
Kompakte DC-Ladesäule mit bis zu 480 kW: Sie lädt selbst an zwei Ladepunkten und versorgt zusätzlich eine Satellitensäule – insgesamt bis zu vier Ladepunkte.
Sungrow ChargeStack 1000
Megawatt-Ladesystem mit bis zu 1.000 kW je Einheit und CCS- sowie MCS-Dispensern – auch für E-Lkw.
Häufige Fragen zu Schnellladen mit Speicher
Wie viel mehr Ladeleistung bringt ein Batteriespeicher?
Kurzzeitig so viel, wie die Speicher abgeben können: Die Sungrow PowerStacks ST255CS-2H und ST510kWh-125kW-4h haben je 125 kW Nennleistung. An einem Netzanschluss mit 300 kW stehen den Ladepunkten mit einem Speicher – vereinfacht gerechnet – bis zu 425 kW zur Verfügung, mit zwei Speichern bis zu 550 kW. Wie lange, hängt vom Energieinhalt ab: 257 kWh beim ST255CS-2H reichen rechnerisch rund zwei Stunden für die volle Leistung, 514 kWh beim ST510kWh-125kW-4h rund vier Stunden – und davon, wie viel Zeit zum Nachladen bleibt. Laut Datenblatt lassen sich von beiden Modellen bis zu 25 Einheiten am Netz parallel betreiben. Wie viel Speicher Ihr Standort braucht, rechnen wir anhand Ihres Ladeprofils aus.
Ersetzt ein Batteriespeicher die Erweiterung des Netzanschlusses?
Das hängt von Ihrem Ladeprofil ab. Ein Speicher hilft, wenn die hohe Leistung nur zeitweise gebraucht wird und zwischen den Spitzen Zeit zum Nachladen bleibt – dann kann ein kleinerer Anschluss genügen. Laufen die Ladepunkte dagegen über viele Stunden nahe der vollen Leistung, kann der Speicher nicht nachladen; dann führt an einem größeren Anschluss kein Weg vorbei. Wir rechnen beides vorab durch und übernehmen den Antrag beim Netzbetreiber.
Wer regelt Batteriespeicher und Ladesäulen gemeinsam?
Das übernimmt ChargeCore, unsere eigene Software für Betrieb und Lastmanagement. ChargeCore misst den Netzbezug am Anschluss, steuert den Sungrow PowerStack über dessen Site-Controller EMS300CP per Modbus und regelt die Ladepunkte so, dass der Standort unter der Anschlussleistung bleibt. Ladepunkte, die den offenen Standard OCPP unterstützen, binden wir herstellerunabhängig ein.
Lässt sich ein Batteriespeicher an einem bestehenden Schnellladestandort nachrüsten?
Das prüfen wir im Einzelfall. Voraussetzung ist, dass die vorhandenen Ladepunkte OCPP unterstützen, damit ChargeCore sie gemeinsam mit dem Speicher regeln kann, und dass Platz und Netzanschluss für den Speicher passen.
In welcher Region baut Eulektro selbst?
In Bremen und Niedersachsen planen und installieren wir mit unserem eigenen Montage-Team als Elektromeisterbetrieb; Tiefbau und Fundamente übernehmen feste Partnerbetriebe. Außerhalb dieser Region planen wir die Anlage, ein Elektrobetrieb vor Ort installiert, und Betrieb und Abrechnung übernehmen wir anschließend. Mehr dazu unter Installation & Projektierung.
Reicht Ihr Netzanschluss für Schnellladen?
Schicken Sie uns die Eckdaten: Standort, vorhandene Anschlussleistung, geplante Ladepunkte und wann geladen wird. Wir rechnen durch, was mit Speicher möglich ist, und beraten Sie zu Planung, Netzanschluss, Bau und Betrieb. Wir bauen in Bremen und Niedersachsen; Betrieb und Abrechnung übernehmen wir deutschlandweit.