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Vergabeverfahren Bremen: Blaues Los für E-Mobilität geht an Eulektro

Wir sind Eulektro – und wir sind Bremer. Nicht als Marketingversprechen, sondern als Tatsache. Unsere Mitarbeiter leben hier, unsere Entscheidungen werden hier getroffen, und wenn wir morgens zur Arbeit fahren, fahren wir durch dieselben Straßen, an denen wir unsere Ladesäulen aufbauen.
25. März 2026 durch
Vergabeverfahren Bremen: Blaues Los für E-Mobilität geht an Eulektro
Jan Runkel

Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir den öffentlichen Ausbau der Bremer Ladeinfrastruktur weiter mitgestalten dürfen.


Bremen hat gerade eine besondere Chance ​

Was viele nicht wissen: Bremen ist in einer vergleichsweise komfortablen Lage. Die Anzahl lokaler Unternehmen, die in der Ladeinfrastruktur aktiv sind, ist hier höher als in vielen anderen deutschen Städten. Das ist gut so – Konkurrenz belebt das Geschäft, und wir sind überzeugt, dass wir uns im Wettbewerb sehr gut behaupten können. Was wir damit sagen wollen, ist etwas anderes: Bremen hat die Möglichkeit, beim Aufbau seiner Ladeinfrastruktur auf eine besonders dichte lokale Expertise zurückzugreifen. Unternehmen, die hier verwurzelt sind, die Stadtteile kennen, die als Ansprechpartner vor Ort sind – und die bleiben. Das ist kein Argument gegen andere Betreiber. Das ist ein Argument dafür, dass die Stadt dieses lokale Wissen aktiv nutzen sollte. Ein Unternehmen, das täglich an Bremer Ladesäulen arbeitet, Störungen behebt, Nutzer erlebt und Standorte bewertet, hat ein Wissen, das kein externer Gutachter aus der Ferne liefern kann. Dieses Feedback ist wertvoll – und wir würden uns wünschen, dass die Stadt es auch als solches behandelt. Kurze Wege, offene Ohren, gemeinsame Lösungen: Das wäre das Beste, was Bremen aus seiner lebendigen Betreiberlandschaft herausholen könnte.

 Standorte

Unter "Karte" können alle bestehenden, geplanten und sich im Bau befindlichen Standorte eingesehen werden!

Flächendeckung ist das Ziel – und es ist ein echter Spagat

Wo noch Lücken im Bremer Ladenetz bestehen, sind diese selten ein Zufall. 

Dort, wo bisher keine Ladesäule steht, war das oft eine nüchterne Einschätzung: Die Nachfrage war noch zu gering, der Zeitpunkt noch nicht reif. Ladeinfrastruktur entsteht dort zuerst, wo sie auch genutzt wird. Das ist genau das Dilemma, das die von der Stadt geforderte Flächendeckung mit sich bringt: Wer flächendeckend ausbauen soll, muss zwangsläufig auch dort investieren, wo die Auslastung heute noch sehr überschaubar ist. Ladesäulen kosten Geld – in Anschaffung, Betrieb, Wartung und Netzanschluss. Wenn sie wenig genutzt werden, rechnet sich das schlicht nicht. Das ist keine Ausrede, sondern Realität – und sie gilt für alle Betreiber, die sich auf diese Ausschreibung eingelassen haben. Wir haben uns bewusst auf ein Los beworben, bei dem wir uns vorstellen können, dass es wirtschaftlich funktionieren könnte – gerade weil wir lokal verwurzelt sind, kurze Wege haben und die Gegebenheiten vor Ort kennen. Das gibt uns einen kleinen Vorteil gegenüber Betreibern, die Bremen noch nicht so gut kennen. Aber auch wir werden diesen Spagat jeden Tag neu ausbalancieren müssen. Und wir sind überzeugt: Alle, die sich hier engagieren, werden das spüren. 


Die Auslastung wächst – mit jedem neuen Elektroauto auf Bremens Straßen. Unsere Aufgabe ist es, jetzt zu bauen, damit die Infrastruktur bereitsteht, wenn der Bedarf vollends da ist.

 


Ein klares Wort zu Falschparkern

Es wäre unehrlich, über den Ausbau von Ladeinfrastruktur zu schreiben, ohne das größte operative Problem beim Namen zu nennen: zugeparkte Ladepunkte. 

Täglich stehen an Bremer Ladestationen Fahrzeuge, die dort nicht hingehören.

Das klingt nach einer Kleinigkeit – ist es aber nicht. Jede blockierte Säule ist ein Nutzer, der aufgibt, und ein Schritt zurück für das Vertrauen in die Elektromobilität. Wer als Betreiber versucht, hier etwas zu bewegen, erlebt schnell ein bekanntes Muster: Die Polizei verweist auf die Verkehrsüberwachung, die Verkehrsüberwachung verweist auf die Polizei. Man dreht sich im Kreis. 


Die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung hat das Thema auf dem Schirm – aber die Ahndung von Falschparkern liegt schlicht nicht in ihrem Zuständigkeitsbereich. Sie kann den Ball nur weitergeben. Das ist verständlich, und wir nehmen ihr das nicht übel. 

Damit landet die Verantwortung dort, wo sie hingehört: beim Senator für Inneres. Und unser Appell ist klar: Es reicht nicht, eine E-Mail mit einer Anzeige zu verschicken und zu warten. Das ist in der Praxis nicht zielführend – ein falsch geparktes Fahrzeug blockiert die Säule nicht weniger, weil irgendwo ein Formular eingegangen ist. Was wirklich hilft, ist konsequentes Abschleppen. Die rechtliche Grundlage dafür existiert bereits: Der Bremer Parkerlass sieht genau das vor. Er muss nur auch durchgesetzt werden. Ein Blick nach Hamburg zeigt, dass es anders geht. Dort funktioniert es nach einem denkbar einfachen Prinzip: ein Anruf, abschleppen, fertig. Keine Zuständigkeitsdiskussion, kein Formularweg, kein Vertrösten. Der Ladepunkt ist innerhalb kürzester Zeit wieder frei. 


Das ist kein Hexenwerk – das ist Verwaltung, die funktioniert. Bremen könnte das auch.

Vergabeverfahren Bremen: Blaues Los für E-Mobilität geht an Eulektro
Jan Runkel 25. März 2026
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